Hinterher wird es keine Parkplätze mehr geben, dafür aber großzügige Radfahrstreifen
Die Friedrichstraße in Erkner ist nicht nur eine der wichtigsten Verkehrsachsen Randberlins, sondern auch eine der wenigen noch intakten Einkaufsstraßen in der Region. Viele kleine Händler und Dienstleister haben hier ihre Geschäfte. Das könnte sich ändern.
Am Montag, den 17. März 2025 startet der grundhafte Ausbau. Er wird mit langwierigen abschnittsweisen Vollsperrungen einhergehen und soll laut Landkreis „bis voraussichtlich Oktober 2026“ andauern. Der erste Bauabschnitt, der nun beginnt und im September/Oktober 2025 fertiggestellt sein soll, reicht vom ovalen Kreisverkehr bis zur Buchhandlung Wolff. Das bedeutet, dass die Seestraße, die die Zufahrt zum Parkhaus des City-Centers bildet, von der Friedrichstraße aus nicht mehr befahrbar sein wird.
Im Oktober startet der zweite Bauabschnitt, der im April 2026 enden soll. Dafür wird die Friedrichstraße von der Buchhandlung bis zur Wollankstraße voll gesperrt werden. Die Seestraße wird dann vom ovalen Kreisel kommend wieder von der Friedrichstraße aus befahrbar sein.
Im April 2026 soll der dritte Bauabschnitt beginnen. Er reicht von der Wollankstraße bis zum Friedensplatz (Kreisverkehr Richtung Berlin, Woltersdorf und Edeka). Im Oktober 26 soll er fertig sein.
Danach wird im Zuge des vierten Bauabschnitts die gesamte Friedrichstraße „für zwei bis drei Wochen“ (Landkreis) zwischen beiden Kreisverkehren voll gesperrt, um die Asphaltdecke einzubauen und die Markierungen auf die Fahrbahn aufzubringen. Dazu gehören auch „großzügige Radfahrstreifen“, wie der Landkreis informiert.
Auf Nachfrage des Hauke-Verlages bei der Stadtverwaltung Erkner wurde bestätigt, dass damit 60 bis 70 Parkplätze wegfallen werden. Das sind mit Ausnahme von Behindertenparkplätzen alle bisherigen Stellplätze! Der Charakter der Friedrichstraße dürfte sich nach Abschluss der Bauarbeiten komplett verändert haben. Es wird – da es keine Parkmöglichkeiten mehr gibt – eine reine Durchgangsstraße werden. Die Geschäfte, die die anderthalb Jahre Sperrungen überlebt haben, werden es danach sehr schwer haben, ihre Kunden zurückzugewinnen, da die einzige Möglichkeit, das Auto abzustellen, das Parkhaus des City Centers bleibt. Und das ist bereits jetzt gut ausgelastet. Schade um die Friedrichstraße!
Nachtrag: Unsere Anfrage bei der Autobahn GmbH des Bundes ergab, dass die Kalkgrabenbrücke auf dem östlichen Berliner Ring in Höhe Rüdersdorf im Jahr 2025 nicht auch noch wegen Sanierungsarbeiten gesperrt wird, was sich als Gerücht hartnäckig hielt.
Michael Hauke