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Knaupps Kolumnen

Es geht gut ab

Das neue Jahr ist erst einen Monat alt, doch es hält uns schon wieder fest in seinen Fängen. Beim ersten Gang zum Kontoauszugsdrucker der Bank meiner Wahl habe ich gleich den alljährlichen Januarschock erlitten. Eine Zahnfüllung hat ohne meine Zustimmung das Gehege meiner Zähne verlassen, und der Neujahrsschnupfen ließ auch nicht lange auf sich warten. Nach Verlassen der heimischen Grippe-Entseuchungskammer wurde mir schnell klar, daß die ersten Arbeitstage und der Gewohnheitsstreß die zurückliegenden Feiertage komplett verdrängt hatten. Abgeschminkte Weihnachtsbäume standen traurig auf der Halde, und leere Silvestersektflaschen harrten in Altglascontainern ihrer neuen Bestimmung. Aber so ist das nun mal, was gerade noch schön - gehört im nächsten Moment ins Reich der Erinnerungen.

Das mußten auch Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke feststellen. Nachdem beide die BSE-Problematik unterschätzten und als nicht so bedrohlich abtaten, rächte sich diese Ignoranz mit Rücktrittskonsequenzen. Auch sonst war zum Anfang des Jahres gut was los. Die USA haben endlich ihren neuen Präsidenten vereidigt, deutsche Krankenkassen warnen vor steigenden Beiträgen und die Galapagos-Inseln sind von einer Öl-Pest bedroht. Bundesaußenminister Joschka Fischer soll sich vor fast 30 Jahren mit Polizisten rumgeprügelt haben, und auch Umweltminister Jürgen Trittip wird eine linksradikale Vergangenheit vorgeworfen. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat sich mal wieder erhöht und im Kosovo soll Uran-Munition Soldaten krank gemacht haben. In TV-Shows darf Frau jetzt mehr oder weniger echte Millionäre heiraten, Boris Ex-Babs wurde durch die Scheidung einige Kilos leichter und gleichzeitig um einige Millionen schwerer. Bum Bum B. dagegen soll ohne Zugabe erforderlicher Materialien irgend einem Modell ein Kind gemacht haben. Ja, es geht schon wieder gut ab, das Neue. Ich bin ja gespannt, was uns noch so erwartet. Vielleicht erhebt sich ja berechtigterweise dieses Jahr das geknechtete Nutzvieh gegen die Massentierhalter. Eventuell überraschen uns findige Politiker mit einer Kampfkatzen-Steuer, oder die klonen dieses Jahr Karl Moick. Na ja, wir werden es ja sehen. Bis dahin wünsche ich uns allen ein gutes 2001, oder aber mit Friedrich Nietzsche gesprochen: „Zum neuen Jahr ... unbändig viel Glück und Gesundheit und Tapferkeit und gute Gedanken und treue Menschen."