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Knaupps Kolumnen

Ihr Kinderlein kommet ...

... heißt es in einem bekannten Weihnachtslied. Nach den letzten Überlegungen unserer Landesregierung könnte dieses Lied, bei der Durchsetzung der Kürzungspläne bei den Kindertagesstätten, dann ungefähr so weiter gehen: „... aber nicht zu oft und nicht zu lange". Spontan fällt mir dann auch gleich die zweite Textzeile ein, die da lautet: „Da sind wir ganz behende und sparen am falschen Ende". So jedenfalls empfinde ich die Überlegungen einiger Berufs-Potsdamer, künftig 68 Millionen Mark im Bereich der Kinderbetreuung einzusparen. Einsparen hieße im Klartext: Die Kinder könnten erst ab dem 2. Lebensjahr in einer Kindertagesstätte untergebracht werden, dann sollte sich die Unterbringung auf sechs Stunden beschränken, Hortkinder ab dem 10. Lebensjahr wären dann zu alt für die Hortbetreuung. Und wie es bei Sparmaßnahmen so ist, wird bei den Erziehern und Betreuern unseres Nachwuchses nicht mehr von Stunden-, sondern von Stellenabbau die Rede sein. Einsparen hieße also auch: nach dem Babyjahr müssen die Eltern versuchen, ihre Kinder für ein weiteres Jahr privat unterzubringen oder aber ein Jahr „Zwangsurlaub" einzuschieben.
Die 6-Stunden Regelbetreuungszeit in den folgenden acht Jahren würde sich sicherlich auch recht spaßig gestalten, falls es bis dahin nicht den 6-Stunden Arbeitstag gibt. Bei der heutigen Arbeitsmarkt-Situation schon mal zwei tolle Ideen. Wenn die Kinder dann zehn sind und der Anspruch auf Hortbetreuung entfällt, wirds dann richtig lustig. Bei den überaus zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten für 10jährige Kinder bräuchten sich die Eltern bestimmt keine Sorgen zu machen. Na ja, und arbeitssuchende Erzieherinnen sind ja irgendwie auch schon normal.
Es wurde zwar von Alternativen wie Tagesmüttern gesprochen, aber nicht davon, wie viele man bräuchte und wer diese dann bezahle. Auch heißt es im Moment noch: Es ist noch nichts beschlossen, es wäre alles noch in der Schwebe.
Und gerade deshalb heißt es jetzt: Aufpassen, es wäre nicht das erste Mal, daß auf dem Rücken der Schwachen noch ein Sparpaket geschnürt wird.