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Knaupps Kolumnen

Hurra wir leben noch ...

... und es geht uns gar nicht mal schlecht. Man könnte fast meinen, wir hätten einen Schutzengel, der uns vor der Bedrohung aus tierischen Produkten schützt. Und die Bedrohung des Agressors wächst ständig. Nachdem Salmonelleneier sich zusammenrotteten, um nicht nur dem Gesundheitsamt Bauchschmerzen zu bereiten, gequälte Zuchtschweine uns die Pest an den Hals wünschten und britische Rinder sich im Kampf gegen die Menschheit wahnsinnig Mühe geben, ist nun pünktlich zur Grillsaison ein neuer Gegner am Horizont aufgezogen. Die Rede ist vom Angriff des dioxinverseuchten Federviehs. Die zumeist billigere Dioxin-Version unseres heimatlichen Broilers schlich sich aus belgischen Gefilden, vorbei an ahnungslosen EU-Inspektoren, direkt in die Gefriertruhen heimischer Marktketten und Kleinanbieter, um dann in unseren Küchen die Chaostheorie zu bestätigen. Nun werden ja Meinungen laut, daß dort eventuell besagte und hoch qualifizierte EU-Inspektoren versagt haben sollen. Daß sie in Brüssel, über die fantastischen Neuerungen, wie z.B. die äußere Gleichschaltung des Gemüses oder auch die genial erdachte Einheitskrümmung der Binnenmarkt-Gurken, ihre eigentlichen Pflichten vernachlässigt haben und damit ihren Teil zum neuesten Lebensmittel-Skandal beigetragen haben. Ich persönlich finde ja die Version vom Aufstand der geknechteten und gequälten Nutztiere und ihrem Kampf gegen die übermächtige Menschheit besser als das Bewußtsein, mal wieder von irgendwelchen kochbezahlten Ignoranten verarscht worden zu sein.