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Knaupps Kolumnen

Zum Kotzen

Eigentlich wollte ich gleich zu Anfang etwas zur Wahl schreiben, aber auf Grund einer Begebenheit, die mich betroffen und wütend gemacht hat, rutscht das geplante Thema nun an zweite Stelle.
Dummies, daß sind bekannterweise menschenähnliche Puppen, die von der Autoindustrie genutzt werden, um in Crashtests des Mannes Lieblingsspielzeug auf Sicherheit zu prüfen. Dummies - ohne Hirn, aber wertvoll für den Menschen. Seit kurzem weiß ich auch, daß es hirnlose Dummies nicht nur auf den Test-Strecken der Autokonzerne gibt.
Nur daß die auf unseren Straßen aus Fleisch und Blut sind und sicher nicht als „besonders wertvoll" eingestuft werden können. Bei einer Fahrt von Beeskow in Richtung Lindenberg bemerkte ich im Vorbeifahren (hinter Buckow) einen verletzten Greifvogel am Straßengraben meiner Fahrbahnseite. Das Tier hatte einen Flügel abgespreizt, schien aber sonst in Ordnung zu sein. Um den Vogel vom Straßenrand wegzuholen und ihn dann zum Tierarzt zu bringen, wendete ich in der Tankstelleneinfahrt vor Lindenberg und fuhr zurück.
Und da kam der „Dummy" ins Spiel. Bevor ich in Höhe des Vogels anhalten konnte, kam aus Richtung Buckow ein dunkler PKW mit dunkel verklebten Scheiben „angeschossen". Auch dieser Fahrer hatte das verletzte Tier am Straßenrand gesehen. Nur an Hilfe dachte er nicht. Der PKW beschleunigte, fuhr mit der rechten Seite über die Fahrbahnmarkierung in den Straßengraben und überfuhr den Vogel. Bevor ich begriff, was da ablief, war der „Idiot auf Rädern" schon verschwunden und der Vogel nur noch eine Masse aus Fleisch und Federn.
Jetzt könnte man sagen: Das passiert täglich auf unseren Straßen. Tote Tiere gehören zum Straßenbild. Das mag auch die traurige Wahrheit sein, aber ich persönlich habe noch nie erlebt, daß jemand bewußt und in voller Absicht das Risiko eingeht und in einen Straßengraben fährt, um ein wehrloses Tier zu töten. Und ich persönlich finde diese Art von „menschlichen Dummies" schlicht und einfach zum Kotzen.