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Knaupps Kolumnen

Tücken und Probleme

Ja, ich gebe es zu. Ich habe mit der neuen Währung immer noch meine Probleme. Und das liegt nicht daran, daß ich nie zu den Euro-Enthusiasten gehört habe. Es liegt auch nicht daran, daß ich mit dieser Unmenge an Wechselgeld kaum zurecht komme und dafür eigentlich ein extra Portemonnaie bräuchte. Auch mit den Kaugummipapierfarben der Euroscheine habe ich mich mittlerweile abgefunden. Mit dem Ausgeben habe ich auch kein Problem, nur daß es vielleicht zu schnell geht. Mein Problem ist fast banal aber nervig. Ich gebe zu, ich rechne den Euro immer noch in D-Mark um. Egal wo ich mich befinde, ob im Supermarkt, an der Kinokasse, im Restaurant, an der Tankstelle usw. usw., erwische ich mich jedes Mal dabei, daß ich umrechne. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, die neue Währung als solche in mein Gehirn zu bekommen.
Manchmal war die Umrechnerei aber schon mein Glück. Ich hätte oft erst zu spät gemerkt, wie viele der zu erwerbenden Produkte sich verteuert haben. Ich denke jetzt nicht nur an das leidige Thema Spritpreise, auch wenn da wirklich der Brechreiz vom Darauffolgenden abgelöst wurde. Ich denke dabei eher an andere zum Leben gehörende Dinge. Die Preisveränderungen ziehen sich fast durch alle Sparten. Ob Auslandsreisen, Eintrittspreise für´s Theater oder Kino, ja sogar die guten Hollandschnittblumen sind betroffen. Und wenn es sich manchmal nur um 19 Cent handelt, für mich sind es eben doch fast 0,40 Pfennig. Schade nur, daß sich einige Produkte kaum boykottieren lassen, da sie ein Stück Lebensqualität darstellen.
Das war nun eines meiner kleinen Probleme. Ich habe davon aber noch einige mehr.
Ein ganz typisches Beispiel einer Alltagstücke verfolgt mich schon seit Jahren. Ich komme vom Einkaufen, habe beide Hände voll und stehe vor der Haustür. Bevor das Gewicht des Erworbenen mir die Finger abschnürt, versuche ich unter massivsten Anstrengungen, alles auf einen Arm zu schichten, um so eine Hand frei zu bekommen. Der vollgepackte Arm wird nun komplett überlastet, um mit der freien Hand nach dem Türschlüssel zu fingern, der sich in der Jackentasche befindet. Doch egal welche Hand auf welcher Seite ich freimache, der Schlüssel befindet sich garantiert immer genau auf der anderen Seite. Ätzend!
Kennen Sie eigentlich die Sache mit dem Fahrrad-Spritzschutz (früher: Schutzblech)? Die sind bei meinem Rad abnehmbar und verleihen dem sogenannten Bike ein wildes, abenteuerliches Aussehen. Natürlich sollte man sie nur bei Sonnenschein abnehmen, da sie bei Regen ja als Spritzschutz fungieren sollen. Ich weiß das. Und trotzdem passiert es mir mit schöner Regelmäßigkeit, daß ich ohne genannte Teile im schönsten Sonnenschein losfahre, und nach einem fetten Platzregen durchnässt und mit einer Dreckspur, die sich über den ganzen Rücken zieht, wiederkehre.
Aber ich will Sie jetzt nicht weiter mit meinen kleinen Problemen belasten. Mir geht es da ja noch richtig gut. Es gibt da viel härtere Fälle. So zum Beispiel in der hohen Politik. Unser Bundeskanzler muß jetzt vor Gericht ziehen. Mit eidesstattlichen Erklärungen und dem ganzen juristischen Brimborium wird er jetzt der ganzen Welt beweisen, daß seine Haare nicht gefärbt sind.
Das ist doch mal ein richtiges Problem. Oder?