Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

Urlaubsnachtrag

Urlaubsnachtrag

So, das war's schon wieder. Der Urlaub auf Lanzarote gehört schon seit zwei Wochen zur Familiengeschichte. Ähnlich wie meine Urlaubsbräune, die sich so langsam wieder von mir verabschiedet. Zum Glück bleiben aber die Eindrücke und Erinnerungen an Land, Leute und Meer. Die sogenannte Vorsaison ist ja eigentlich ein Vorteil. Es ist noch nicht zu heiß und die Touristenschwemme hält sich in Grenzen. Der Nachteil des Vorteils ist aber - man kommt zurück - und alle anderen verabschieden sich in den Urlaub. Überall hört man jetzt von Urlaubsvorbereitungen, und bald bekommt man hämische Urlaubsinfo's in Form von Ansichtskarten. Eigentlich immer nett gemeint, erzeugen sie aber manchmal etwas Wehmut.
Schluß mit dem Gejammer, auch hier kann es sehr spannend sein. So habe ich jetzt erfahren, daß es im Juni zu einem regelrechten Wintereinbruch in unserer Region gekommen ist. Die nachfolgende Anzeige aus der Tageszeitung vom 04.06.03 läßt jedenfalls darauf schließen.
Wer hätte das gedacht. Ich lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen und in Beeskow stürzen Zeitungsausträger durch Glatteis. Da ist man mal ein paar Tage nicht da ...
Ach so, da ist mir noch etwas aufgefallen. Montag, zwölf Uhr mittags auf dem Beeskower Marktplatz, ist wie 12 Uhr Mittag in dem gleichnahmigen Kultwestern. Kein Laut, kein Mensch, freie Parkplätze - irgendwie unheimlich. Eine einsame ALDItüte wird, anstelle der westerntypischen Präriesträucher, vom Wind über den Marktplatz getrieben. Vorsichtig schaue ich über meine Schulter, ob nicht irgendwo ein unrasierter Desperado mit gezogenem Colt auf mich lauert. Ein paar schaurige Mundharmonikaklänge würden die Szenerie abrunden. Doch Spaß beiseite. Liegt es an der Verkehrsführung, an der Ferienzeit, oder war es montags in Beeskow schon immer so ruhig? Ich war jedenfalls erleichtert, als am Dienstag die Markthändler wieder Bewegung in die Stadt brachten.
Sonst ist mir nach der Urlaubsabwesenheit eigentlich nichts ungewöhnliches aufgefallen. Letzte Woche hatte ich zwar kurz das Gefühl, Beeskow wäre zum Bombodrom erklärt worden. Aber das waren nur ein paar Kampfjets, die ein Schnipseljagd um die Kirchturmspitze veranstalteten.
Auch die ansteigende Zahl der Windkrafträder fällt ins Auge. Waren es vor geraumer Zeit nur ein paar vereinzelte bestaunenswerte Exemplare, so kann man jetzt schon von einer Zusammenrottung sprechen. Die gepriesene Wirtschaftlichkeit und die zukunftsorientierte Stromgewinnung mal außer Acht gelassen - wirklich schön finde ich diese Anballungen nicht. Cervantes „Don Quichotte" hätte in unserem Landstrich wohl keinen ruhigen Urlaub verbringen können.
Und damit bin ich wieder beim Urlaub. Allen, die dieses Highlight noch vor sich haben, wünsche ich traumhafte Ferien. Allen, denen es geht wir mir - träumen Sie ruhig schon jetzt von der nächsten Alltagsauszeit.