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Knaupps Kolumnen

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Armes Deutschland. Wirklich, Deutschland ist so arm wie nie. Wie sonst wäre es erklärbar, daß sich die Regierenden mit der Abschaffung bzw. der Verschiebung von Feiertagen beschäftigen? Nun ist es diesmal ja noch gutgegangen. Der Tag der Deutschen Einheit bleibt auf dem 3. Oktober. Die angedachte Verschiebung des wohl bedeutendsten deutschen Feiertages auf den ersten Sonntag im Oktober wäre schon irgendwie merkwürdig gewesen. Nicht nur, daß ein wichtiger Feiertag terminlich deplaziert worden wäre, auch der Detailteufel hätte sich ins Fäustchen gelacht. Wir hätten dann am Sonntag, dem 7. Oktober 2007, den Tag der Deutschen Einheit genau auf dem Tag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (7.10.1949) gefeiert. Ein Widerspruch in sich, und wer will schon wirklich die Feste feiern wie sie fallen, wenn der Termin so dämlich fällt!? Fakt ist auf jeden Fall - genießen sollte man die gegenwärtigen Feiertage intensiv. Wer weiß, auf welche wirtschaftsankurbelnden Ideen die Volksgewählten noch kommen.
Manchmal ist Deutschland ja doch nicht so arm. Jedenfalls wenn es um Präsentationen geht, die der außenpolitischen Darstellung dienen. Die Queen war da. Für Berlin fast schon ein Feiertag. Die alternde Monarchin mit den lustigen Kopfbedeckungen befand sich drei Tage auf Exkursion in der Hauptstadt. Der Besuch war durchorganisiert und bis ins Detail geplant. Nun werden aber schon wieder einige Stimmen laut, die sich über den kostenintensiven Aufwand für diese Art von Veranstaltungen beklagen. Dabei hätten wir doch noch genug Rückhalt um finanzielle Defizite auszugleichen. Wir könnten ja schließlich auf verschiebbare Feiertage zurückgreifen.
Apropos Feiertage. Es ist fast soweit, alles ist bis ins Detail geplant. Die Weihnachtsmarkttermine stehen fest, die Weihnachtsfeiern sind eingetaktet, und die Festtagsmenüs sind durchgeplant (obwohl letztere sich ja meistens alljährlich wiederholen). Wir stehen kurz vor der Friede-Freude-Eierkuchenzeit. Tschuldigung, ich weiß ja, daß die Adventszeit und die Weihnachtstage das Fest der Familie sind. Nur das Drumherum nervt, manches Detail schlägt auf den Magen. Allein der Akt des alljährlichen Geschenke Ersinnens. Wem kaufe ich was? Man überlegt, vergleicht und läßt sich inspirieren. Es sollte schon etwas sein, daß der zu Beschenkende noch nicht hat. Ab und zu passiert es dann, daß der Beglückte das Geschenkte auch nicht braucht. Aber so ist das eben. Und unter dem Weihnachtsbaum sind alle Katzen grau. Oh, ich meine natürlich - ... alle Geschenke bunt. Sie haben schließlich eine Menge Geld gekostet, man will sich ja nicht lumpen lassen. Ein kluger Kopf sagte irgendwann: „Wir wären an Intensität reicher, wenn wir etwas ärmer schenken würden". Wie ich finde, ein treffender Ausspruch.
So, gibt es noch irgend etwas zu feiern? Die Fertigstellung des Beeskower Marktbrunnens wird ja erst im nächsten Jahr gefeiert. Wenn ich ehrlich bin, erinnert das halbfertige Bauwerk im Moment und aus einiger Entfernung an den Eingang zu einer U-Bahn Station. Aber noch ist der Wasserspender ja nicht fertig, und die Details erkennt man erst bei näherer Betrachtung.
Dagegen steht beim Beeskower Kino noch kein Fertigstellungs-, geschweige denn ein Eröffnungstermin fest. Man wird das Gefühl nicht los, daß bei diesem Projekt nicht nur kleine Details einer Klärung bedürfen.