Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

... echt zu blöd!

... echt zu blöd!

Na, die kühlen Osterfeiertage gut überstanden? Das freut mich. Heute möchte ich mit Ihnen ausschließlich über das Wetter plaudern. Das ist informativ, macht Freude und verbreitet gute Stimmung. Auch wenn die Wetterprognosen für das Osterfest nicht wirklich eingetroffen sind, für dieses Wochenende ist sich der Wetterdienst ganz sicher. Das Hoch „Peggy" bringt Wärme und wird uns kräftig einheizen.
Apropos einheizen. Das Amt Schlaubetal ist ja zur Zeit in aller Munde. Es kämpft eine glorreiche Schlacht gegen ruchlosen Sittenverfall und skandalöse Unmoral. Nachdem immer mal wieder Personen bei unzüchtigen Handlungen im Park oder auch in parkenden Autos beobachtet werden konnten, wurde dem ungebührlichen Treiben jetzt der Keuschheitsriegel vorgeschoben. Sittsam soll es wieder zugehen im romantischen Schlaubetal. Und da Sittsamkeit bürokratisch geregelt werden muß, haben beflissene Beamte auch gleich eine 13-seitige Liste von „Vorschriften zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" herausgegeben. Der Paragraph 11 beschäftigt sich allgemein mit dem „Störenden Verhalten in der Öffentlichkeit", im besonderen aber mit dem „Ausüben von öffentlich wahrnehmbaren sexuellen Handlungen (z.B. Freiluftsex)". Nun ist nicht bis in alle Details deklariert, was der Müllroser Amtsschimmel unter Freiluftsex versteht, wer sich aber in seiner Dienstzeit mit dem Ersinnen von solchen Paragraphen beschäftigt, der kann doch nur Sex im Kopf haben. Oder? Im Schlaubetal ist Outdoor-Sex jedenfalls von behördlicher Seite untersagt. Und wenn Sie doch mal auf die Idee kommen sollten, müßte Ihnen hier dieses frevelhafte Ansinnen ein Bußgeld von 35,- Euro wert sein.
Aber ich schweife ab. Wir waren doch beim Wetter. Also die Osterfeiertage waren ja wettertechnisch nicht so prall. Aber jetzt kommt „Peggy"!
Übrigens, unsere Regierenden sind schon da. Sie sind wieder aus dem Osterurlaub zurück. Und als Zeichen der Wiederaufnahme aller Ämter wird den Hartz-IV-Empfängern gleich eine tolle Überraschung präsentiert.
Geldgeschenke, die Kinder von Beziehern des Arbeitlosengeldes II zur Jugendweihe, Kommunion oder Konfirmation erhalten, könnten dazu beitragen, daß sich der Anspruch auf das bisherige Arbeitslosengeld der Eltern verringert oder im Extremfall sogar verloren geht. Natürlich nur, wenn dieses Geld auf einem Konto sichtbar wird. Aber auch wertvollere Sachgeschenke könnten als Vermögenszuwachs angesehen werden. Nach der momentanen Rechtslage entscheidet das zuständige Jobcenter oder das Amt für Grundsicherung darüber, ob derartige Geschenke auf das Sozialgeld der Kinder angerechnet werden. Trotz Beschwichtigungen seitens der Bundesagentur für Arbeit, eine Absicherung gegen den Kohleklau gibt es nicht wirklich. Geldgeschenke sollten zweckbestimmt sein. Das heißt, schon im vorhinein sollte dieses Geld für eine erklärte, amtsgefällige Anschaffung bestimmt werden, um nicht bei der Hartz IV-Leistungsberechnung hinzugezogen zu werden. Desweiteren wäre es ratsam, bei Kauf eines Geschenkes von diesem Geld, die Zahlungsquittung aufzubewahren. Als Nachweis natürlich. Nicht das später herauskommt, daß dieses zweckbestimmte Geld dann doch für einen aus Behördensicht unakzeptablen Zweck verbraten wurde. Wer sein Geldgeschenk also stattdessen im Garten vergräbt oder unter dem Kopfkissen deponiert, scheint hier gut beraten.
Na, das ist doch mal wieder eine tolle Nachricht. Und wir dachten, manch einer der Volksgewählten sitzt im Bundestag nur gelangweilt herum. Das wäre eine falsche Annahme, die arbeiten schließlich hart für ihr Geld. Es gehört schon eine Menge Kopfarbeit dazu, wenn man sich laufend neue Strategien einfallen lassen muß, um auch an das letzte Eingemachte der Wählerschaft zu gelangen. Und wenn bei den Eltern kaum noch etwas zu holen ist, dann sind eben die Kinder dran.
Oh, entschuldigen Sie, meine geistigen Pferde sind mit mir durchgegangen. Wir wollten uns doch über das Wetter unterhalten. Ja, das Wetter soll ja sehr schön werden. Die warmen Sonnenstrahlen animieren zur körperlichen Bewegung in der Natur (außer im Schlaubetal), man möchte raus, man möchte spazieren gehen, vielleicht sogar mal einen Ausflug in den Zoo ...
Obwohl es ja zur Zeit im Berliner Zoo so voll sein soll. Sie wissen schon, wegen dem Knut. Na, der kleine putzige Eisbär, der Medienstar, der Freund aller Kinder, Mütter, Väter, Schwiegermütter, Omas, Opas ...
Zum Anfang hieß es ja, er solle getötet werden. Er war wohl irgendwelchen Tierschützern ein Dorn im Auge. Also nicht wirklich der Knut, eher seine vermenschlichten Lebensbedingungen haben sie zu Exekutionsgedanken bewogen. Ja, für artengerechte Haltung würden ein paar Tierschützer auch zu Tiermördern werden. Da verwischen dann die Grenzen zwischen sonst so klarem Pro und Kontra. Aber zum Glück hat Knut überlebt. Das weiße Bambi übrigens auch. Erinnern Sie sich noch an „Rehweißchen"? Na, das kleine putzige Albino-Reh, der Medienstar, der Freund aller Kinder, Mütter, Väter, Schwiegermütter, Omas, Opas... Ende des letzten Jahres war es groß in den Schlagzeilen. Es sollte auch erst vom Leben zum Tode befördert werden. Damals waren Jäger dafür, Tierschützer dagegen. Doch der Bekanntheitsgrad des Tieres hat ihm wohl letztendlich das Leben gerettet. Sogar Stefanie Hertel, unser aller Volkmusikprinzessin, hat mit allen Mitteln für das Reh gekämpft. Am 7. Dezember 2006 gab sie ein Rehweißchen-Benefizkonzert im Meißner Theater. Ich persönlich hoffe ja, daß Knut von derartiger Schikane verschont bleibt. Nachher kommt er noch auf Selbstmordgedanken. Und dann will es wieder keiner gewesen sein.
So, jetzt aber wirklich noch mal zum Wetter. Also, „Peggy" kommt! Welche „Peggy" ist da eigentlich gemeint? Was soll das denn für ein Thema sein? Wer redet schon gern übers Wetter? Ich jedenfalls nicht. Mir wäre das echt zu blöd!