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Es wird sich etwas ändern!

Der Mindestlohn bringt gravierende Veränderungen mit sich – auch für die Zeitungen des Hauke-Verlages

Das Jahr 2014 nähert sich dem Ende, und das kommende Jahr wird in der Zeitungsbranche eine gravierende Änderung mit sich bringen. Mindestlohn heißt das magische Wort, das uns seit Monaten umtreibt. Was sich zunächst sehr sozial anhört und allerorten ein zustimmendes Kopfnicken hervorruft, erweist sich bei genauerem Hinsehen als echter Knüppel, der uns da zwischen die Beine geworfen wird. Bisher war es so, dass unsere Zeitungsboten einen Stücklohn für ihre Tätigkeit erhalten haben. Zudem wurden die gesetzlichen Sozialabgaben überwiesen und die Zeitungen wurden den Boten direkt vor die Haustür geliefert.
Dass ein Zusteller mit diesem Einkommen allein seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, dürfte klar sein. Es handelt sich eben um eine Nebentätigkeit. Das funktionierte jahrelang einvernehmlich. Bis sich in diesem Jahr die Politik zu Wort meldete und zum großen Schlag ausholte. Sie erließ ein Gesetz für einen Mindestlohn. Nebenjob heißt Zusatzverdienst, nichts mehr oder weniger. Durch die Umwandlung des Stücklohnes in Stundenlohn und damit die Anwendung des Mindestlohnes hätten sich die Vetriebskosten auf einen Schlag verdoppelt. Die Konsequenz daraus ist, daß wir die eigene Verteiltätigkeit mit dieser Ausgabe komplett einstellen. Damit geht für rund 160 Zeitungsboten der Zusatzverdienst verloren. Auch für Vollangestellte gibt es dadurch Konsequenzen. Deutschlandweit sind Hunderttausende Zeitungszusteller wegen des Mindestlohnes gekündigt worden. Man kann diese Tätigkeit eben nicht bezahlen wie einen Handwerksgesellen. Auch in vielen anderen Branchen hat dieser Eingriff des Staates durchschlagende Konsequenzen. Aber wie dem auch sei, wir können es nicht ändern. Also heißt es, mit diesem staatsdirigistischen Gesetz zu arbeiten. Das heißt für unser Blatt, dass wir im neuen Jahr nicht mehr samstags erscheinen, sondern mittwochs zusammen mit dem Märkischen Markt. Damit entgehen wir den dicken Papierpaketen direkt am Wochenende.
Es ist mit den Kollegen vom Märkischen Verlags- und Druckhaus vereinbart, dass unsere Zeitung nicht in den Märkischen Markt eingelegt wird, trotzdem wird es nicht ganz auszuschließen sein, dass das hier und da passieren kann. Schauen Sie bitte am Mittwoch genau nach der FW, dem Kümmel oder der BSK, bevor Sie eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wir werden Ihre Zeitung bleiben, auch im nächsten Jahr.

Bis dahin wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!
Unseren Lesern und Anzeigenkunden sagen wir Danke für die Treue, und bei unseren Zeitungsboten bedanken wir uns für teilweise 24jährige Arbeit!
Ihr Michael Hauke und das Team des Hauke-Verlages