Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

In den vergangenen Tagen überschlugen sich die „Neuigkeiten“ aus dem Rathaus und ich wurde auf unterschiedliche Weise für einige Entscheidungen kritisiert. Das gehört zum Amt dazu. Unabhängig von Sachfragen scheinen die Angriffe vor allem aber durch den anstehenden Kommunalwahlkampf motiviert zu sein. Wie eine solche Art des Kräftemessens unserer Stadt schadet, konnte man vor einiger Zeit bereits am Rückzug einiger Bewerber um die Stelle des ersten Beigeordneten erkennen. Diese wurde unter meiner Leitung zum ersten Mal in einem nachvollziehbaren Verfahren ausgeschrieben und nach objektiven Kriterien besetzt. Doch leider waren nicht alle Parteien mit diesem Verfahren einverstanden. So wurden interne Informationen in Verbindung mit dem Namen von Mitarbeitern veröffentlicht, welche sich dadurch bloßgestellt fühlten und die Verwaltung verließen. Ein solcher Stil gehört nicht zu meinem Anspruch an gute Führung und sachliche Zusammenarbeit!
Zu meinen vielen Zielen gehört es, die Verwaltung zukunftsfähig zu machen. Dazu zählt insbesondere die Sicherung der Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung, von nachvollziehbaren und willkürfreien Entscheidungen gemäß Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes, sowie effizienten Strukturen und Entscheidungswegen im Sinne der Einwohnerinnen und Einwohner. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in den nächsten Jahren altersbedingt aus der Verwaltung ausscheiden. Schon jetzt müssen deshalb Stellenbeschreibungen angepasst und Analysen der Arbeitsabläufe sowie einzelner Tätigkeitsbereiche angestellt werden, um einen nahtlosen Übergang bei Neueinstellungen gewährleisten zu können. Um die Verwaltung noch bürgerfreundlicher zu gestalten, müssen aber auch bestehende Abläufe überprüft und an manchen Stellen neu ausgerichtet werden. Dafür bin ich eben auch gewählt worden. Ganz natürlich löst so ein Prozess bei dem ein oder anderen vielleicht erst einmal Unbehagen, manchmal auch Abwehrhaltungen aus. Das kann ich verstehen, bin aber der Meinung, dass am Ende davon alle profitieren können: Die Fürstenwalderinnen und Fürstenwalder, weil wir als Verwaltung ihnen einen noch besseren Service bieten. Aber auch die Stadtangestellten selbst, die sich in einer angepassten Organisation wohler fühlen, weil alles klar strukturiert ist und die Arbeit ohne permanente Stresssituationen bewältigt werden kann - das zumindest ist mein Ziel.
Um dabei eins ganz klar zu sagen: in den ersten 10 Monaten meiner Amtszeit habe ich viele kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung kennenlernen dürfen. Sie alle arbeiten tagtäglich für die Einwohner und zum Wohle unserer Stadt. So tut es mir leid, wenn durch meine Pläne zur Verwaltungsmodernisierung bei vereinzelten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern ein gewisser Unmut entsteht. Doch wie man sicher nachvollziehen kann, ist das fast immer der Fall, wenn Veränderungen vorgenommen werden sollen. Dass dazu nun ein anonymer Brief verfasst und veröffentlich worden ist, nehme ich sehr ernst! Und zwar deshalb, weil für mich zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit natürlich auch immer eine Atmosphäre gehört, in der man aufeinander zu und auf gegenseitige Bedenken eingeht. In erster Linie ist es aber im Sinne der großen Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich eben nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber von Einzelnen in Sippenhaft genommen werden, wenn ihr Chef sich vor sie stellt und die Dinge erstmal intern klärt.
Offensichtlich haben in diesem Fall jedenfalls unsere etablierten Kommunikationswege nicht funktioniert. Üblicherweise ist in einem solchen Fall der Personalrat, immerhin besetzt mit fast 10 Personen, der erste Ansprechpartner. Warum selbst dieser Weg nicht als möglicher „Ausweg“ betrachtet wurde, ist derzeit nicht nur mir ein Rätsel.
Gleichwohl lässt die Art und Weise der Veröffentlichung, der zeitliche Ablauf und das scheibchenweise Bekanntgeben von Inhalten ohne wirklich konkret zu werden für mich auch den möglichen Schluss einer politisch motivierten Lancierung zu. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre ich erschüttert, mit welch erfundenen Mitteln im Vorfeld der anstehenden Wahl am 26.05.2019 Stimmung gemacht werden soll und hätte erhebliche Zweifel an der politischen Kultur in unserer Stadt.
Ich setze auf den Dialog! Und so ist mir ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den Stadtverordneten und auch der Verwaltung wichtig, um zu bestmöglichen Entscheidungen zu kommen. Aus diesem Grund können die Stadtverordneten auch jederzeit direkt mit den zuständigen Fachleuten im Rathaus Kontakt aufnehmen, ohne, wie früher gehandhabt, den Bürgermeister um Erlaubnis fragen zu müssen. Es ist an jedem Einzelnen diese Möglichkeiten zum Positiven zu nutzen.
Mein Fazit: Ich habe erkannt, dass ich meine Vorhaben nach innen und auch nach außen transparenter darstellen und die Kommunikation verbessern muss. Das werde ich tun und hoffe, auf diese Weise die Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt, die Stadtverordneten und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung noch stärker einbinden zu können.

Matthias Rudolph, Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde/ Spree