Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

 

In eigener Sache

Es erreichte uns ein längerer Leserbrief der Linken-Politikerin Franziska Schneider. Er hatte zum Inhalt, warum das Amtsblatt der Stadt Erkner künftig nicht mehr beim Hauke-Verlag erscheinen sollte.

Schon immer veröffentlichen wir die Pressemitteilungen und Leserbriefe der Parteien. Bei der Linken, die besonders regen Gebrauch davon macht, ändert sich nun etwas. Das habe ich Frau Schneider in einem Antwortschreiben mitgeteilt. Diese Veröffentlichungen kosten echtes Geld, da bedrucktes und verteiltes Papier teuer ist und immer teurer wird. Die Linke gehört zu den vermögendsten politischen Organisationen des Landes. Das SED-Parteivermögen ist nach der Wende praktisch unbeschadet erhalten geblieben. Trotz mehrfacher Umbenennungen ist die Linke von heute noch immer rechtsidentisch mit der SED. Wir veröffentlichen die Pressemitteilungen aller Parteien nach wie vor, aber die Linke muss dafür künftig die Kosten übernehmen, die sie durch den Druck und die Verteilung beim Hauke-Verlag verursacht. Darüber ist Frau Schneider von mir informiert worden: „Ihre Partei, aber auch Sie persönlich zeihen mich öffentlich der Intoleranz. Mit diesem Argument möchten Sie erreichen, dass meinem Verlag ein kommunaler Auftrag entzogen wird. Sie wollen aber genau die von mir seit Jahrzehnten entgegen Ihrer öffentlichen Aussagen praktizierte Toleranz politisch ausnutzen, indem Sie Ihre Informationen, Ihre Propaganda und Ihre Leserbriefe regelmäßig an mich schicken und davon ausgehen, dass ich sie kostenfrei veröffentliche. Damit ist nun Schluss. Es wird keine Veröffentlichung der Linken oder seiner Mandats- und Funktionsträger in den Medien des Hauke-Verlages mehr geben, wenn Sie als Linke nicht bereit sind, die entstehenden Kosten dafür zu bezahlen. Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie bereit sind, diese Kosten zu übernehmen oder ob Sie es nach wie vor für selbstverständlich halten, dass ich diese Kosten für Sie trage.“

Michael Hauke

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Versöhnen statt spalten

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ (Albert Einstein) - Nein, ein tadelloses Mitglied der größtenteils angepassten und linientreuen Medien ist Michael Hauke offensichtlich nicht. Er lässt Meinungsfreiheit und Vielfalt zu, ohne erzieherisch einzugreifen, ohne Zensur auszuüben.

Pluralismus im Rahmen von Recht und Gesetz – mithin unter konsequentem Ausschluss von Extremismus rechter und linker Couleur - als normative politische Idee erfordert den Willen und die Fähigkeit zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Where all think alike, no one thinks very much - so lautet ein amerikanisches Sprichwort. Und vor den Augen meiner Erinnerung sehe ich Friedrich Schorlemmer am 4. November 89 in seinem grünen Parker auf der Wagenbühne am Alex und höre noch deutlich, wie er den Hunderttausenden das Luther-Zitat zurief: Lasset die Geister aufeinanderprallen, aber die Fäuste haltet stille. 

Liebe LINKE-Fraktion in Erkner, auch ihr konntet doch bisher eure Meinungen in diesem Anzeiger kundtun, tut es gerne weiterhin. Aber haltet die Fäuste stille gegen einen couragierten Menschen, der auch Meinungen veröffentlicht, die den Herrschenden und den sich ihnen Andienenden nicht gefallen. Haltet die Fäuste stille gegen eure Mitmenschen, die hier ihre grundgesetzlich geschützte Redefreiheit nutzen, haltet die Fäuste stille gegen eure Mitmenschen, die gerne Vielfalt statt Einfalt lesen wollen.

Aus politischen Gründen soll nun nach dem Willen der LINKE-Fraktion dem Hauke Verlag ein kommunaler Auftrag entzogen werden. Und was kommt dann als Nächstes? Keine kommunalen Aufträge mehr an Unternehmen, die in diesem Anzeigenblatt Werbung schalten? Die kommunalen Mitarbeitenden im Rathaus, im Bauhof usw. überprüfen, ob sie dieses Blatt lesen? Im Rathaus eine Liste führen über Personen, die sich hier im Leserforum  obrigkeitskritisch äußern und diese Liste bei der Vergabe von Wohnungen, Kita-Plätzen etc. beiziehen? Ein chinesisch-kommunistisches „Sozialkredit-System“, wo Privatpersonen und Unternehmen für ihre politische Haltung Plus- und Minuspunkte sammeln und danach bevorzugt oder benachteiligt werden?

Liebe SPD-Fraktion in Erkner, setzt ein klares Zeichen gegen diesen Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Mit der LINKE-Fraktion hier jetzt womöglich unter dem Vorwand irgendwelcher vorgeschobener Gründe gemeinsame Sache zu machen, wäre ein Menetekel, das man sich im Blick auf 1946 und 1989 nicht vorstellen möchte.

„Versöhnen statt Spalten“, war das Motto von Johannes Rau (SPD). Voraussetzung für Versöhnung ist die Bereitschaft, dem anderen vorurteilsfrei zuzuhören; wer Andersdenkende aber ausgrenzt und mundtot machen will, spaltet die Gesellschaft. „Und wer andere abgrenzt, grenzt sich selber ein. Wer andere schwach macht, glaubt, nicht stark zu sein“, trägt Julia Engelmann in einem Poetry Slam vor.

Abschließend hier ein ausdrücklicher Dank an Erik Nickel von der CDU-Fraktion in Erkner, dass er über diese alarmierende Entwicklung in Erkner berichtet hat und an den Michael Hauke Verlag für die Publizierung.

Heiner Zimmermann

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Die Wahrheit

Ursprünglich meint die Wahrheit nur das EINE,

der Singular befiehlt das schon von ganz alleine.

Heute - und das ist das Gemeine - baut sich jeder SEINE!

Und passt sie nicht ins Staatsgefüge, mutiert die Wahrheit zu ner Lüge, das schafft die Medienwelt allein, denn steter Tropfen höhlt den Stein.

Brav parieren meist die Büttel, ansonsten gibt es Knüttel!

Leider keine Farce. Das war‘s.

Manfred Nickel

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Nicht einschüchtern lassen

Lieber Herr Hauke, es drängt mich, Ihnen meine Meinung zu diesem Thema kundzutun, oder besser gesagt, meine volle Zustimmung mitzuteilen. Wie freuen wir uns immer wieder, wenn Ihr Blatt erscheint, wie erfrischend sind alle Ihre Beiträge, wie schön das Leserforum, wo gibt es das heute noch? Eine „Demokratie“, in der man sich überlegen muss, ob man seine Meinung sagen darf, ohne Schwierigkeiten zu bekommen, das kann nicht sein. Für diese elementaren Grundrechte sind wir ehemaligen DDR-Bürger 1989 auf die Straße gegangen und es kann nicht sein, dass uns diese Rechte wieder genommen werden. Bitte lassen Sie sich durch nichts und von niemandem einschüchtern, wir sind stolz auf Sie und freuen uns, dass es Sie gibt, wo gibt es sonst noch Zensurfreiheit?  Bitte machen Sie weiter so, wir brauchen Sie!!! Ihre dankbare Familie Schaller aus Grünheide.        

M. Schaller

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Unter besonderer Beobachtung

Sehr geehrter Herr Hauke, Ihr Meinungsbeitrag „Eine Zensur findet nicht statt“ war das beste Plädoyer für die Meinungsfreiheit, das ich je gelesen habe. Wir erleben einen Prozess der Einschränkungen und Verbote, der überraschend schnell geht. Der Bürgermeister und die Parlamentarier von Erkner stehen nun unter besonderer Beobachtung. Sollten Sie sich dafür entscheiden, Ihrer Zeitung das Amtsblatt zu entziehen, weiß der letzte Bürger, wie es um dieses Grundrecht inzwischen steht.

Günter Krawczyk

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Präzedenzfall

Werter Herr Hauke,

ich stimme nun wahrlich nicht mit jeder Lesermeinung in Ihrem Blatt überein, aber ich lese sie gern, weil sie eine große Diversität abbilden, wie man heute so schön sagt. Und gerade die, die immer für „Divers“ sind, reagieren auf diese selten gewordene Vielfalt mit einem Verbotsantrag. Ist das nun typisch für unsere Zeit oder nicht? Der Ausgang dieses Präzedenzfalles wird Auskunft geben.            

Gerlinde Gärtner

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Vorbild Friedrich

In einem Land, in dem der Geschichtsunterricht abgeschafft wird, wundert einen gar nichts mehr. Es kennt offensichtlich keiner mehr den französischen Philosophen Voltaire am Hofe Friedrich des Großen. Sein Ausspruch „Mein Herr, ich werde Ihre Meinung niemals teilen, aber ich gebe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen“, passt ca. 250 Jahre später besser denn je. Vom großen König selbst stammt der Ausspruch „Jeder nach seiner Facon!“ Aber welcher Stadtverordnete kennt heute noch die eigene Geschichte? Dabei sollte dieses Gedankengut in einer Demokratie Vorbild sein.

Ihre Zeitung, aber auch das Rathaus sitzen in Erkner auf der Friedrichstraße, hoffentlich ein gutes Omen.  

Manfred Kramer

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CO2-Abgabe ungerecht

Sehr geehrter Herr Hauke,

können Sie oder ein Leser erklären, warum die CO2-Abgabe so himmelschreiend ungerecht gestaltet wurde, da die Einkommensverhältnisse der Bürger völlig unberücksichtigt bleiben, zumal diese CO2-Abgabe  ja  schließlich keine Steuererhöhung schlechthin sein soll, sondern  unbestritten einen „erzieherischen“  Charakter hat.

Es ist doch wohl  jedem klar, dass die Erhöhung der Heizkosten, auch wenn es erst mal im Jahr nur ca. 140 Euro sein sollen,  für einen Rentner und Kleinverdiener  finanziell  wesentlich erheblicher ist, als z.B. für Besserverdienende und da spreche ich noch nicht mal von den Politikern, die sich ja bekanntlich ihr Einkommen nach Bedarf erhöhen.  Die als Ausgleich gedachte Reduzierung der Stromkosten  wollen wir erst mal abwarten, ganz abgesehen davon, dass Deutschland sowieso schon unvertretbar hohe Stromkosten, ja die höchsten, im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten hat. Was ist mit uns Rentnern, die ihren PKW, insbesondere im ländlichen Bereich auch dringend benötigen, ich denke nur an die Einkäufe und Arztbesuche?  Diese ganze CO2-Abgabe ist so aufgestellt, dass wir, die Rentner, die sich am wenigsten dagegen wehren können, in der Relation am stärksten abgezockt werden.

Abschließend möchte ich Sie wissen lassen, das mir die in Ihrer Zeitung praktizierte Meinungsfreiheit sehr gut gefällt  und ich hoffe, dass Sie sich auch zukünftig nicht einschüchtern lassen, vor allem  nicht von denen, die schon vor 1989 dafür bekannt waren.

Wilfried Heidenreich

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Kleine Leute genug gemolken

Sehr geehrter Herr Hauke, etwas zum Thema „Klima­schutz“. Am 27.12. auf dem Parkplatz Brückenstraße an der Poststelle in Alt Rüdersdorf: Ein Pärchen steht rau­chend neben einem hochwertigen Auto, da wird schließlich nicht drinnen geraucht. Damit es in der „Raucherpause“ im Auto nicht kalt wird, läuft der Motor, damit es schön ku­schelig bleibt. Nach dem Rauchgenuss werden die beiden Kippen achtlos auf den Parkplatz geschmissen. Es wird noch ein bisschen geknutscht und dann steigt man ein und fährt los. Solchen Leuten geht das Thema Klimaschutz scheinbar am Allerwertesten vorbei und die  Benzin-/Dieselpreiserhöhungen dürften solchen Personen recht wenig stören. Aber was ist mit den Menschen, wel­che jeden Cent zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben? Alle müssen auf Kosten des Klimaschutzes blu­ten, ob Arm, ob Reich. Besitzer von Protzfahrzeugen sollten entsprechend nach Verdienst bis zu mehreren tausend Euro besteuert werden und die kleinen Leuten, welche auf ihr Auto angewiesen sind, weil es in vielen Dörfern nichts mehr gibt (Arbeit, Schule, Arzt, Apotheke, Einkaufsmöglich­keiten) in Ruhe lassen, sie werden genug ,,gemolken“. Klimaschutz ist wichtig für uns und nachfolgende Generationen, aber es müssen alle an einem Strang ziehen und dafür etwas weniger heftig. Eine gute Nachricht ist doch, dass das Ozonloch sich ständig wieder verkleinert. Die Natur verzeiht viel, wir sollten es ihr danken.          

Andreas Beye

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Tesla oder Erhalt der Umwelt?

Tesla kommt nach Grünheide – diese Nachricht schlug ein. Mitte November 2019 überboten sich sämtliche Medien in nahezu hysterischer Begeisterung, eine öffentliche Diskussion über Vor- und Nachteile fand und findet jedoch nicht statt

Verbreitet werden oft und reichlich positive Schlagwörter. Diese geplante Industrieansiedlung bezeichnet der Mainstream als zukunftsorientiert, feiert die Ankündigung von 10.000, erstmal aber 3.000 Arbeitsplätzen als ökologisch, fortschrittlich, als Gewinn und große Chance für die Region.  Der Verlust eines 300 ha großen Waldstückes sei durchaus ein akzeptabler Preis, es bliebe schließlich noch genug Wald übrig.

Wer nicht mitjubelt, sondern kritisch nachfragt, wird als Störenfried wahrgenommen, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Schließlich liegt seit fast 20 Jahren eine Baugenehmigung für dieses Gebiet vor. Für andere Bauvorhaben erlischt die Baugenehmigung bei Nichtinanspruchnahme bereits nach 6 Jahren. (§ 69 BbgBO, Geltungsdauer der Genehmigung). Weiterhin wird verschwiegen, dass damals die von Politikern geplante Ansiedlung eines BMW-Werkes in Freienbrink sehr umstritten war. Eine Bürgerinitiative hatte sich nachdrücklich für den Erhalt des gesamten Waldgebietes eingesetzt, insbesondere das nahe Naturschutzgebiet Löcknitztal und das Trinkwasserschutzgebiet im nun wieder fraglichen Baugelände spielten eine erhebliche Rolle. BMW hat die schon damals in Rekordzeit erstellte Baugenehmigung nicht abgewartet, sondern sich für Sachsen entschieden. Von sehr großer Bedeutung dürfte auch sein, dass BMW seine gesamten Steuern in Deutschland entrichtet, wie wird das bei Tesla sein? Hier wird geheim verhandelt und die Steuerzahler müssen die eventuellen Fehler der Politiker ausbaden.

Gezeigte Bilder täuschen über das wahre Ausmaß der Rodungen hinweg. Deshalb:

Machen Sie sich selbst ein Bild. Sehen Sie sich die Satellitenaufnahmen an. Laut altem Bebauungsplan eine Fläche von 300 ha, 5 x so groß wie der nahe gelegene Werlsee!

Das wird jedoch nur der Anfang sein. Warum wird geheim verhandelt? Was wurde von wem verbindlich zugesagt? Welche Auswirkungen hat die Rodung dieses Geländes, im Herzen eines zusammenhängenden Waldgebietes auf Fauna und Flora, auf den Grundwasserspiegel, auf die Umgebungstemperatur? Verschwindet der Wald, sinkt der Grundwasserspiegel. Dürre und noch mehr Waldbrände sind absehbar.  Noch wird das Wasser in Brandenburg nicht rationiert, obwohl die Landwirte bereits wegen der Beregnung ihrer Felder in der Kritik stehen.

Wieviel Wasser wird diese Gigafactory verbrauchen? Wenn das Wasser knapp wird – wie soll das weitergehen?

Die aktuelle Aussage des Wasserverbandes lautet, die erste Ausbaustufe des Werkes sei technisch zu versorgen. Und dann? Wird die Versorgung der Bevölkerung gesichert werden können, oder geht dann die Fabrik vor? Statt des Waldes Fabrikhallen, Parkplätze und Straßen - alle heizen sich in der Sonne sehr viel stärker auf und sind also negativ für die Umwelt.

Ein Wald bindet CO2 und kühlt seine Umgebung, eine Industrieansiedlung bewirkt das Gegenteil. Es gibt kaum Arbeitslose in der Region, die den Anforderungen der geplanten Fabrik entsprechen. Also warum sollen dann hier neue Arbeitskräfte angesiedelt werden – es wird weiteres grünes Umland zerstört und zersiedelt. Vernünftiger wäre eine Ansiedlung auf bereits bestehenden Industrieflächen, mit entsprechenden Kapazitäten.

Der Arbeitgeber Tesla hat seinen eigenen Ruf, auf den hier nicht näher eingegangen werden muss. Schon jetzt drohen Grünheide, besonders aber Erkner, der Verkehrsinfarkt. Das wird also in Kauf genommen? Nein, die Lösung der Kommunalpolitiker lautet einfach, mehr Straßen bauen, z.B. über das Überschwemmungsgebiet Spreewiesen.

Erinnern wir uns an die politisch gewollten Großprojekte in Brandenburg, z.B. Cargolifter, Lausitzring, Chipfabrik oder BER – aus dieser Zeit stammt eben auch die Idee, im Grünheider Forst eine Industrieansiedlung durchzusetzen. Diesmal wurde im Geheimen verhandelt, auch gelten Schweigevereinbarungen. Warum wohl? Künstlicher Zeitdruck sowie die Bildung einer Taskforce schließen eine sonst gründliche Prüfung aus. Eine ehrliche, ökologische Verkehrswende heißt preiswerter, gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, nicht der Austausch einiger Diesel-SUV gegen Elektro-SUV, welche in der Herstellung ebenfalls einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

Ein Hektar Wald bindet ca. 13 t Kohlendioxid im Jahr. Gerade in Zeiten des fortgeschrittenen Klimawandels darf bezweifelt werden, dass für die versprochene Neuanpflanzung der dreifachen Menge der zu rodenden Fläche überhaupt ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Als abschließende Überlegung lässt sich zusammenfassen: Große Flächen Wald werden für eine riesige Fabrik geopfert, für die  hier  Arbeitskräfte neu angesiedelt werden müssen. In Deutschland werden gerade viele Arbeitskräfte von Automobilkonzernen entlassen. Dort ist ausreichend Industriegelände vorhanden, die Natur müsste nicht zerstört werden. Man könnte z.B. auch in Betracht ziehen, in ehemaligen Braunkohlegebieten eine so große Fabrik anzusiedeln.

Wenn – zunächst – 3.000 Arbeitskräfte gebraucht werden, wo sollen die wohnen? Gut ausgebildet haben die meisten bereits Familie. Selbst wenn man nur zwei Personen rechnet, müsste sich die Einwohnerzahl von Grünheide nahezu verdoppeln. Wo? Fragen Sie Ihre Kommunal- und Landespolitiker!

B. Hundertmark

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Liebe Leser, es erreichten uns erneut so viele Zuschriften, dass wir nicht alle auf einmal veröffentlichen konnten. Sie erscheinen in der nächsten Ausgabe. Die heute gedruckten Briefe wurden teilweise sinnerhaltend gekürzt. Wir bitten um Verständnis.             

Der Verlag