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Knaupps Kolumnen

Besondere Orte haben besondere Plätze. Nach der grandios abgelieferten Feuertaufe des Eröffnungskonzertes im Großen Saal der Hochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen, könnte dieser  nun zu einem der solchen werden, wenn am 5. Oktober um 19 Uhr das großartige Alliage Quintett zum diesjährigen Abschlusskonzert der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen spielt. Das aus vier Saxophonen und Klavier bestehende Ensemble begeistert bei seinen Auftritten weltweit nicht nur mit seiner technischen Perfektion und Leidenschaft, sondern auch mit  seinem unglaublich wandelbaren Klangkosmos: vom leisesten Wispern bis zum brachialen Stakkato ist alles möglich, in jeglicher Klangfarbe und jedem Charakter.
Das Saxophon, an sich ein expressives Instrument mit eher laszivem Ruf, zeigt hier auch überraschend zarte Züge, die verblüffen und offeriert hochelektrisierende Momente, die den Zuhörer packen und mitreißen, wie es eben nur ein Saxophon kann. Dazu kommt die faszinierend weite Klangwelt des Klaviers. Beide Welten verschmelzen hier zu einem Hörereignis, das den Zuhörer staunen lässt. Das mit zwei Klassik-ECHOs bedachte Alliage Quintett bringt an diesem Abend sein phantastisches Programm „Songs and Dances“ auf die Bühne. Die Stücke, allesamt fein ausgewählt und pfiffig arrangiert, werden dem Ensemble sozusagen auf den Leib geschrieben und umfassen alle Epochen. Zu Gehör kommen unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“, Antonio Vivaldis „Herbst“ aus seinem Zyklus „ Die vier Jahreszeiten“ und eine Fantasie über fünf Songs aus „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill. Dieser Welterfolg von Weill und Brecht, der die zwanziger Jahre wieder aufleben lässt, mit all ihrem Prunk und all ihrer Not, mit der Desillusion und Vergnügungssucht und -lust, ist wie geschaffen für das Saxophon, das sich darin mit all seinen Facetten so richtig ausleben kann. Die ausgesuchten Werke versprechen einen spannenden Konzertabend mit Gänsehautmomenten. Am Konzerttag findet um 17 Uhr eine professionelle Schlossführung statt, während der interessierte Besucher viel Wissenswertes über Friedrich Wilhelm I., den „Soldatenkönig“ erfahren können. Bereits vor der Führung können sich die Besucher vom Team des Schlosscafés mit erlesenen Kaffeesorten und köstlichen selbstgebackenen Kuchen verwöhnen lassen.
Weitere Informationen gibt es unter schlosskonzertekoenigswusterhausen.de.
Karten, auch Kombitickets gibt es bei Hauke Ticktes im A10-Center, neunmal in Berlin und Brandenburg, natürlich auch in Erkner, Fürstenwalde und Strausberg.
Text: Ronny Reckling