Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

Von Michael Hauke


„Ein Mann hat in Stuttgart einen anderen Mann auf offener Straße mit einem Schwert getötet.“
„Ein Mann hat eine Frau mit Kind vor einen einfahrenden ICE geschubst.“
„Ein Mann hat seine Frau stranguliert und mit 70 Messerstichen getötet.“
„Junge Männer vertreiben Bademeister aus Freibad.“
„Gruppe junger Männer vergewaltigt Mädchen.“
Solche Nachrichten häufen sich. Und immer wieder sind die Täter „ein Mann“ oder gar eine „Gruppe Männer“. Wenn überhaupt darüber berichtet wird.
Inzwischen sind viele Bürger im Lesen zwischen den Zeilen geübt und erkennen von selbst die weggelassenen Fakten.
Als ich vor über 30 Jahren mit dem Schreiben begann, bestand der Auftrag des Journalisten noch darin, über so viele Fakten wie möglich zu informieren. Wehe, eine andere Zeitung hatte mehr Informationen zu demselben Fall als man selbst. Heute ist es praktisch umgekehrt. Derjenige, der alle Fakten liefert, steht am Pranger. Und das hat konkrete Gründe. Der Presserat rügt die Medien bzw. deren Journalisten anhand des Pressekodexes. Dort heißt es unter Ziffer 12 (Diskriminierungen): „Die Zugehörigkeit (der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten) soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“
Viele Redaktionen der Zeitungen, Fernseh- und Radiosender sowie Nachrichtenagenturen haben darüber hinausgehende eigene Richtlinien. So darf die Nationalität teilweise nur genannt werden, wenn es sich um deutsche Staatsbürger handelt. Das führt zum Beispiel dazu, dass Täter mit Migrationshintergrund und mit zwei Pässen, darunter einem deutschen, immer als Deutsche bezeichnet werden, so zuletzt bei der mutmaßlichen Massenvergewaltigung auf Mallorca. Erst wenn man weiter recherchiert und die durchgehend arabischen bzw. türkischen Vornamen der Tatverdächtigen herausbekommt, kennt man die ganze Wahrheit. Die ganze Wahrheit zu kennen, ist jedoch nicht erwünscht.
Der offizielle Grund: es sollen keine Vorurteile geschürt werden. Inzwischen kommt ein anderer, nicht genannter Grund hinzu. Die Menschen sollen keine Angst bekommen vor den Folgen der unkontrollierten Zuwanderung.
Noch heute darf jeder ins Land. Der deutsche Staat weiß über die einreisenden Personen (zu einem ganz großem Teil eben „Männer“) nichts. Die Angaben des Einwanderers werden als wahr hingenommen. Eine amtliche Identität durch Vorlegen eines Passes oder gar eines polizeilichen Führungszeugnisses ist nicht erforderlich. Falsche Angaben sind für den Asylbewerber nicht strafbar.
Ist „Mann“ hier, hat er Anspruch auf volle finanzielle Unterstützung sowie ein Asylverfahren. Selbst schwerste Straftaten während des Asylverfahrens dürfen keine Auswirkung auf sein Bleiberecht haben. Wird der Asylantrag abgelehnt, folgt der jahrelange Klageweg – im Anschluss daran in der Regel die Duldung.
Als der Bundesgrenzschutz 2005 seinen Namen in Bundespolizei wechselte, glaubte man noch an eine Umbenennung. Inzwischen ist klar: Einen Grenzschutz gibt es nicht mehr.
Dass diese unkontrollierte Einwanderung Probleme in vielen Bereichen schaffen würde, ist keine Überraschung. Aber negative Gefühle soll man dadurch nicht bekommen. Deswegen darf man in Deutschland Kriminalität nicht in Verbindung mit der Zuwanderung bringen, ohne geächtet zu werden. Das ist ein ganz geschickter Schachzug. Nicht diejenigen, die entgegen jedem Staatsverständnis und bestehender Gesetze ungeprüft jeden hinein lassen, sind verdächtig, sondern die, die diesen Rechtsbruch benennen. Diese propagandistische Verrücktheit ist inzwischen gelebter Alltag.
Aus der Kriminalitätsstatistik geht hervor, dass es immer weniger Straftaten gibt. Es wird also immer sicherer in Deutschland. In die Statistik kommt eine Straftat aber nur, wenn sie bei der Polizei angezeigt wird. Wenn Hunderte „junge Männer“ die Polizei in die Flucht schlagen, wird natürlich nicht eine einzige Anzeige geschrieben. Es gibt Dutzende verletzte Polizisten, aber statistisch war das eine ganz sichere Nacht.
Und doch gibt es Daten, aus denen Beängstigendes hervorgeht. Asylbewerber und Geduldete begehen 20 mal häufiger einen Tötungsdelikt als Deutsche.
Diese Zusammenhänge werden durch Nichtnennung der Nationalität bzw. des Status‘ (Asylbewerber bzw. Geduldeter) in der Presse verschleiert.
Der Mörder vom Frankfurter Hauptbahnhof war ein Eriteer, der kurzfristig aus der Schweiz eingereist war. Dort war er zur Fahnung ausgeschrieben. In Deutschland konnte er sich bis zu seiner fürchterlichen Tat völlig unbehelligt bewegen. Selbst aus einem Nicht-EU-Land kann „Mann“ problemlos einreisen und untertauchen. Niemand wusste, dass er hier ist.  Einen Grenzschutz, der eben auch ein Schutz der hier lebenden Menschen ist, existiert nicht mehr.
Dafür aber Ziffer 12 des Pressekodexes, die dazu führt, dass in vielen Fällen eine konkrete Täterbeschreibung ausbleiben muss,  „der Mann“ im allgemeinen aber kriminalisiert wird.