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Knaupps Kolumnen

Unter der Rubrik „Die andere Stimme“ führt der Hauke-Verlag Gespräche mit Menschen, die Gedanken vortragen, die der Leser nicht in jeder Zeitung findet. Viele Meinungen und Fakten werden in der heutigen Medienlandschaft einfach nicht mehr veröffentlicht. Es gibt sie aber dennoch – und sie sind durchaus bedenkenswert. Unsere Aufgabe als unabhängiger Verlag besteht auch darin, Schlaglichter auf Positionen zu werfen, die man sonst nur schwer wahrnehmen kann.
Unser heutiger Gesprächspartner ist Professor Horst-Joachim Lüdecke. Er vertritt das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE). Michael Hauke unterhielt sich mit ihm über das Thema Klimawandel und CO2-Emissionen.

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„Deutschlands Klimaziele bringen ein 100stel Grad“

Wir unternehmen in Deutschland größte Anstrengungen, um den CO2-Anteil in der Atmosphäre zu reduzieren bzw. konstant zu halten. Was können wir wirklich beeinflussen? Wie hoch ist der von Menschen verursachte Anteil am CO2?
Professor Horst-Joachim Lüdecke: Das ist eine berechtigte Frage. In den letzten tausend Jahren lag der CO2-Anteil recht konstant bei grob 0,03%. Zurzeit liegen wir bei 0,04%. Aber der Kohlendioxid-Anteil war in der Erdgeschichte keineswegs konstant. Vor 550 Millionen Jahren lag er etwa 17mal so hoch. Heute sind wir nahe am Minimum dessen, was überhaupt möglich ist. Sinkt der Anteil unter 0,01% bis 0,015%, ist keine Photosynthese mehr möglich, das heißt, dass dann auch kein menschliches Leben auf der Erde mehr möglich ist. Erdgeschichtlich nähern wir uns dem Punkt, an dem es gefährlich wird. Der CO2-Anteil ist immer weiter gesunken, weil immer mehr Kohlendioxid gebunden wurde, zum Beispiel in den Alpen, dort lagert sehr viel Calciumkarbonat – oder in den fossilen Brennstoffen. Wir geben also mit der Kohleverbrennung nur einen kleinen Anteil CO2 wieder an die Luft zurück. Ich sehe den leichten Anstieg des CO2 übrigens positiv, weil es dadurch mehr Photosynthese gibt. Für die Ernährung der Weltbevölkerung ist dies ein ganz wichtiger Faktor.


Welchen Anteil hat Deutschland am weltweiten CO2 und was bewirken unsere Einsparungsbemühungen, CO2 einzusparen?
Professor Lüdecke: Deutschland ist für etwa zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Selbst wenn wir auf den gesamten menschengemachten CO2-Ausstoß in Deutschland verzichten würden, hätte das bis zum Jahre 2050 eine Auswirkung auf die globale Mitteltemperatur von einem 100stel Grad! Dieser Wert geht auf die Daten des Weltklimarates zurück. Das bringt also alles gar nichts! Es gibt im Übrigen bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass das menschgemachte CO2 für die jüngste globale Erwärmung verantwortlich ist. Das hängt damit zusammen, dass CO2 infrarotabsorbierend ist. Bei einem CO2-Anteil von 0,03% wird bereits fast alles Infrarot absorbiert. Ein Anstieg auf 0,04% hat nur eine sehr kleine weitere Wirkung!

Nun stürzt sich ja die ganze Welt auf die klimaschädliche Wirkung des CO2…
Professor Lüdecke:Der Weltklimarat vielleicht, aber weiß Gott nicht die ganze Welt. China, die USA, Russland, Brasilien oder Indien machen da nicht mit. Und damit sind die wichtigsten CO2-Emittenten weltweit auch schon genannt. Und auch große Teile Ost-Europas machen nicht mit.

Aber es haben ja sehr viele Länder der Erde das Pariser Klimaabkommen unterschrieben.
Professor Lüdecke: Die USA unter Donald Trump haben zum Beispiel das Abkommen wieder gekündigt.

Was wird denn darin vereinbart? Insgesamt haben 195 Länder das Abkommen unterzeichnet. 
Professor Lüdecke:  Aber die wichtigsten CO2-Emittenten halten sich nicht daran! China macht zum Beispiel, was es will. Da werden im Wochentakt neue Kohlekraftwerke eröffnet. Kein großes Land hält sich an diese Vereinbarung. Auch Europa und selbst die EU, ist gespalten. Polen setzt unverändert auf Kohle. Es bleibt eigentlich nur Westeuropa. Das Pariser Klimaabkommen ist im Grunde ein Ablasshandel dafür, dass wir Kohlendioxid emittieren. Wir zahlen Geld an die Schwellen- und Entwicklungsländer. Hier geht es um Geldverschiebung, nicht um CO2-Einsparung! Die Schwellen- und Entwicklungsländer dürfen ganz offiziell ihren CO2-Ausstoß unbegrenzt steigern, wir nicht. Diese CO2-Vermeidung kostet den deutschen Steuerzahler aber unwahrscheinlich viel Geld.

Deutschland hat in den vergangenen 30 Jahren sehr viel CO2 eingespart. Was ist denn da noch möglich?
Professor Lüdecke: Diese Einsparungen gehen auf den Untergang der DDR zurück. Durch die Deindustrialisierung des Ostens wurde natürlich auch viel weniger Kohlendioxid ausgestoßen. Heute ist da nicht mehr viel möglich. Das hat auch die Bundesregierung erkannt, die die Klimaziele still und heimlich aufweichen will.

Was hat die Energiewende eigentlich für den CO2-Ausstoß bewirkt?
Professor Lüdecke: s hat sich herausgestellt, dass sie nichts bewirkt hat. Wie soll das auch gehen, wenn man die CO2-neutralen Kernkraftwerke abschaltet? Windräder erzeugen 4% der Primärenergie und 25% des Stromes. Allerdings muss man für die Herstellung der Windräder Stahl kochen. Und das passiert mit fossilen Brennstoffen. Hinzu kommt, dass Luft und Sonne sehr volatil sind. Die Energieerzeugungsmenge kann nicht gesteuert werden. Mal gibt es zu viel, dann verschenken wir den teuersten Strom Europas ins Ausland. Das ist alles so absurd! Aber die Regel ist, dass wir zu wenig Energie erzeugen, dann kaufen wir Kohlestrom aus Polen oder Kernkraft aus Frankreich.

In der Diskussion geht es immer wieder um den globalen Temperaturanstieg. Um wie viel Grad ist es in den letzten 150 Jahre wärmer geworden?
Professor Lüdecke: Das ist eine schwierige Frage. Es gibt ja viele Schwankungen. Die globale Mitteltemperatur ist seit 1850 um 0,8° Celsius gestiegen. Das liegt im normalen Bereich. Wir kommen ja aus einer kleinen Eiszeit, die von Mitte des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts ging. Es gab also in den letzten 150 Jahren eine Rückerwärmung. Die heutigen Temperaturen entsprechen wieder dem mittelalterlichen Wert.

Nun heißt es immer wieder, dass durch die Klimaerwärmung der Meeresspiegel dramatisch steigt, so dass Inseln verschwinden oder gar Hamburg und New York untergehen. Um wie viel Zentimeter oder Meter steigt denn der Meeresspiegel?
Professor Lüdecke: Seit der letzten Eiszeit ist der Meeresspiegel um zirka 120 Meter gestiegen. Zurzeit steigt er im Mittel jährlich um grob einen Millimeter! Aber das ist natürlich schwer zu ermitteln; das Meer ist in Bewegung. Es gibt etwa tausend Pegelmessungen weltweit, und das seit 100 Jahren. Durch den minimal steigenden Meeresspiegel wird keine Insel untergehen. Welche Auswirkung soll ein Millimeter pro Jahr haben? Auch Hamburg wird nicht überschwemmt. Selbst in Tuvalu, eine der angeblich untergehenden Pazifikinseln, findet man keinen bedrohlichen Anstieg, das wird dort fortlaufend gemessen. Auch die Plattentektonik hat Einfluss. Inseln heben sich, andere Inseln senken sich. Von einem beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels kann keine Rede sein. Das ist reine Sensationsmacherei, also einfach Quatsch!

Eine Frage zum Abschluss: In den achtziger Jahren dominierten der saure Regen und das Waldsterben die Diskussion genauso wie heute die Klimaerwärmung. Was ist denn daraus geworden?
Professor Lüdecke: Nichts. Das Ganze ist vergessen. Da wird auch keiner der falschen Propheten mehr gern daran erinnert. Der Wald nimmt in Deutschland jedes Jahr zu. Bäume wachsen immer da am besten, wo CO2 erzeugt wird.


Mit Professor Lüdecke sprach Michael Hauke