Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

Liebe Leserinnen und Leser,
ich bedanke mich an dieser Stelle dafür, dass Sie so lebhaft an den Diskussionen in unserer Zeitung teilnehmen. Nicht alle sind mit dem einverstanden, was wir schreiben, aber das bringt eine Meinung in der Zeitung so mit sich. Gott sei Dank haben nicht alle dieselbe! Gerade die Vielfalt der Auffassungen macht eine Demokratie und damit auch unsere Zeitung lebendig. Dass das viele Leser inzwischen in Presse, Funk und Fernsehen vermissen, bestärkt uns darin, weiterhin den Meinungen der Leser einen angemessenen Platz zu geben und auch selbst nonkonformistisch Position zu beziehen.
Dabei sind die zahlreichen Leserbriefe, die uns seit Monaten erreichen, nur die eine Seite. Darüber hinaus erhalten wir viele Anregungen per Telefon und Mail. Der Beitrag „Ein Land im Wahn“, der zugegebenermaßen polarisierte, fand den dankbaren Zuspruch vieler Leser.
Auf zwei Hinweise, die sich nicht in den Leserbriefen widerspiegeln, möchte ich hier gern eingehen. Eine Leserin äußerte sich zu dem beispiellosen Ausbau der Windkraftanlagen und wies vehement auf den Zusammenhang zum allseits beklagten Insektensterben hin. Und in der Tat ist heute unbestritten, dass die riesigen Windmühlen jedes Jahr über tausend Tonnen Fluginsekten töten; das entspricht fünf bis sechs Milliarden an einem einzigen Sommertag! Sollten sich die Populationen tatsächlich erholen, geht man von bis zu 3.500 Tonnen getöteter Insekten im Jahr aus. Damit zählen die klimafreundlichen Windräder zu den größten Insektenvernichtern im Land, wahrscheinlich sind sie sogar die Hauptursache des Insektensterbens. Aber lesen Sie davon in der Zeitung? Auch über die Opferzahlen unter den in Deutschland unter strengem Schutz stehenden Fledermäusen hört man in bezug auf Windkraft nichts. Während Brücken verhindert werden, wenn es um die Heimstatt von wenigen hundert Flugsäugern geht, fordert die grüne Windenergie pro Jahr vorsichtig geschätzte 250.000 tote Fledermäuse in Deutschland.Geht es um den Kraftverkehr, sind die Fledermäuse streng zu schützen, geht es um Windkraft, sind sie plötzlich egal. Bei den für die Windenergie gerodeten Wäldern kann man ähnliches beobachten.
Eine weitere Leserin wies mich auf die Auswirkungen der deutschen CO2-Einsparungen auf das Weltklima hin. „Was bringt das alles?“, fragte sie rhetorisch. „Praktisch nichts“, war ihre Antwort. Denn im Pariser Klimaabkommen, bei dem sich Deutschland, das für gut 2 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich ist, zu erheblichen CO2-Einsparungen verpflichtet hat, hat unsere Regierung gleichzeitig anerkannt, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer, die für 60 Prozent der Emissionen stehen, bis 2030 ihre Kohlendioxid-Ausstöße ohne Obergrenze steigern dürfen.
Sollten wir unsere CO2-Ziele erreichen, reduzieren wir die Erd-erwärmung, berechnet nach den Zahlen des Weltklimarates, um ein Hundertstel Grad (0,01°C). Zahlen, die man kennen sollte, meint unsere Leserin.
Michael Hauke