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Knaupps Kolumnen

Von Michael Hauke
Gibt es einen Tag, an dem man sich nicht an den Kopf fassen muss und fragt, was aus diesem Land geworden ist – und schlimmer noch: was aus diesem Land werden wird?
Die Wirtschaft und damit der Wohlstand unseres Landes hängt von der Industrie ab. Wir sitzen nicht auf nennenswerten Mengen von Rohstoffen, und die die wir haben, werden verteufelt. Das Know-How ist unser Kapital. Und das steckt in den Industriezweigen, in denen Deutschland weltweit führend ist, allen voran in der Automobilindustrie. Diese wird vor unser aller Augen systematisch zerstört. Autofahrer, insbesondere die, die einen Diesel fahren, werden, wenn nicht kriminalisiert, so doch schikaniert und durch bewusst erzeugte Wertverluste gezielt enteignet.
Wir haben in Deutschland die sauberste Luft seit der industriellen Revolution. Der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß beträgt verschwindene 2,4%, das heißt 97,6% des Gases werden von anderen Ländern emittiert. China steht mit 26,4% ganz vorn. Aber insgesamt sind nur 3% des Kohlendioxidausstoßes menschengemacht! Und der CO2-Anteil in der Luft beträgt insgesamt gerade einmal 0,038%. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wirkt die Klimadiskussion in Deutschland hysterisch. Ideologie hat hier längst den gesunden Menschenverstand ersetzt.
Gut, dass es noch die Stickoxide gibt! Die bringen uns alle um. Der Grenzwert auf einer befahrenen Straße liegt bei 40 Mikrogramm. Eine Kerze produziert etwa 50 Mikrogramm. Wenn Sie ein Restaurant betreten, in dem auf jedem Tisch eine Kerze brennt, kann die Devise nur heißen: „Raus hier! Rette sich, wer kann!“ Diese Stickoxidemission können Sie eigentlich nicht überleben. Aber halt, ganz ruhig. Ganz offiziell liegt der Grenzwert in geschlossenen Räumen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, bei 950 Mikrogramm. An der frischen Luft sind 40 Mikrogramm Stickoxid praktisch tödlich, auf Arbeit dürfen es mehr als 20mal so viel sein. Geht es bei den Grenzwerten wirklich um die Gesundheit? Auf der Weltkarte der Dieselfahrverbote gibt es nur einen einzigen winzigen Flecken: Deutschland, ein Land im Wahn!
Unermüdlich wird das Elektroauto propagiert, das die ersten acht Jahre eine wesentlich schlimmere Energie-Bilanz als der Verbrennungsmotor hat und außerdem mit den vielen Akkus nichts als rollender Sondermüll ist. Dass die Gewinnung des Lithiums für die Batterien zusätzlich eine Riesen-Umweltsauerei ist und kostbares, knappes Trinkwasser in trockenen Gebieten unwiederbringlich vernichtet, spielt bei unserer „Umweltpoltik“ keine Rolle. Politik wurde längst durch bloße Ideologie ersetzt.
Deswegen wird es auch nicht bei den Dieselfahrverboten bleiben. Die Parteien sind bereits dabei, sich die Öfen und Kamine vorzunehmen. Unter der Bezeichnung „Reichenfeinstaub“ (kein Witz!) werden bereits Auflagen für Eigenheimbesitzer (=Reiche!) geplant, die eine Feuerstelle haben. Das Silvesterfeuerwerk steht eh schon auf dem Index, und nach dem Willen der Grünen soll es nun auch den Osterfeuern an den Kragen gehen. Ein Land im Wahn!
Und dieser Wahnsinn setzt sich in vielen weiteren Bereichen fort. Es muss auf Teufel komm raus gegendert werden. Da wir in unserem Land inzwischen ein drittes Geschlecht haben (die Lehrpläne in Hessen und Baden-Württemberg verpflichten zehn- bis zwölfjährige Schüler sogar, sich mit 60 verschiedenen Geschlechtern auseinanderzusetzen; durchgesetzt durch einen CDU-Ministerentscheid), soll es nun tasächlich schon diskriminierend sein, wenn man in einen Brief die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wählt. Erklären Sie den Ideologen bitte mal, warum Sie diejenigen ignorieren, die nicht wissen, was sie sind.
Hannover ist der deutschlandweite Vorreiter – und es werden viele folgen, bis man irgendwann in der rechten Ecke steht, wenn man nur an sehr geehrte Damen und Herren schreibt. Damit wir auf Nummer sicher gehen, wurde das Gendersternchen zum „Anglizismus des Jahres“ bestimmt. Also, liebe Leser*innen (m/w/d), seien Sie bitte aufmerksam beim Verwenden der deutschen Sprache. Wichtig ist auch, dass Sie nicht von den Deutschen oder gar vom Deutschen Volk reden, sondern von „länger hier Lebenden“ (Kanzlerin Merkel). Sie würden sonst die Migrant*innen diskrimieren. Diskrimierung ist das ganze große Thema unserer Zeit!
Praktische Probleme der „länger hier Lebenden“ spielen eine immer geringere Rolle, außer es stehen Wahlen vor der Tür.
Für die Bekämpfung der Altersarmut hat der Staat kein Geld. Es gibt Menschen, die ein Leben lang mit ihrer Arbeitsleistung dafür gesorgt haben, dass das ganze System funktioniert, sich vielleicht ehrenamtlich engagiert und Kinder groß gezogen haben. Im letzten Abschnitt ihres Lebens stehen sie oft mit leeren Händen da. Die staatliche Rentenversicherung kann aufgrund des systemimmanenten Problems der Demographie nicht wirklich helfen. Es stehen seit Jahrzehnten immer weniger Einzahler immer mehr Rentenempfängern gegenüber. Die Politik wäre seit vielen Jahren gefordert, hier umzusteuern. Aber seit über 30 Jahren reicht die Parole „Die Rente ist sicher“ als Ersatz für eine vernünftige Rentenpolitik. Der seit Jahrzehnten absehbaren Entwicklung wurde nichs entgegengesetzt. Aber halt! Vor den Wahlen wird auf einmal eine Grundrente entdeckt, von der nach den Wahlen des Jahres 2019 wohl keine Rede mehr sein wird. Die Kanzlerin hat schon wissen lassen, dass dafür kein Geld da sei.
Aber wo bleibt das von den Deutschen erwirtschaftete Geld? Im Jahr 2018 erzielte der Bund tatsächlich einen Überschuss von 11,2 Milliarden Euro. Das hat mit den abgeschafften Zinsen zu tun, aber vor allem mit dem Fleiß und der Produktivität der Menschen im Land. Dieses Geld ist zu 100% in der sogenannten Flüchtlingsrücklage gelandet. Diese Rücklage ist inzwischen auf 35,2 Milliarden Euro angewachsen. Das Geld ist da! Die Frage ist bloß, wofür die Politik es verwenden möchte. Fragen Sie also bitte nicht nach Straßenbau, sanierten Schulen, Steuersenkungen oder gar einer angemessenen Altersabsicherung für Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben. Das könnte im besten Fall Populismus sein. Und der ist gefährlicher als alles andere.
Ein Land im Wahn!