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Knaupps Kolumnen

Sehr geehrter Herr Wolfgang Geßler, sehr geehrte Leser und Leserinnen,
Herr Geßler beklagte in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift den Zustand des Flakensteges und vermutete als Grund den Unwillen der Stadtverwaltung und die Unfähigkeit der gewählten Bürger im Ortsparlament.
Als gewählter Bürger möchte ich Ihnen hier einige Fakten liefern, die den Zustand des Flakensteges in ein etwas differenziertes Licht rücken.
Zunächst herrscht in dieser Sache eine fraktionsübergreifende Zustimmung, an dieser Stelle eine Brücke zu errichten. Diese Zustimmung findet sich in diversen Beschlüssen der Stadtverordneten, im integrierten Stadtentwicklungskonzept und im Entwurf zum Konzept „Aktives Stadtzentrum“ wieder.
So wurde auch in der letzten Sitzung des Bau- und Finanzausschusses ein fraktionsübergreifender Antrag diverser Stadtverordneter eingebracht, welcher die Sanierung des Flakensteges priorisieren soll.
Ziel war es, die in Aussicht stehenden Fördermittel des Landes zur Entwicklung des Stadtzentrums für den Flakensteg zu sichern.
Allerdings könnte sich das Land auch entscheiden, Geldmittel für die anderen 14 Maßnahmen zu geben.
Sich hier für eine der teuersten und nicht wirklich im Stadtzentrum liegende Brücke zu positionieren, könnte sich insgesamt negativ auf die noch nicht entschiedenen Fördermaßnahmen auswirken.
Unter den angedachten Fördermaßnahmen befindet sich unter anderem eine Neugestaltung des Kirchenvorplatz, die Errichtung einer Uferpromenade entlang des Flakenfließes von der Stadtbrücke bis zum Flakensteg, eine Fußgängerbrücke vom Großraumparkplatz direkt zu den Bahnsteigen usw.
Alles Sachen, die für andere Bürger evtl. wichtiger sind als der Flakensteg und evtl. auch tatsächlich einen größeren Nutzwert erzielen.
Deshalb liegt für diesen Antrag keine eindeutige Mehrheit vor.  Tatsächlich ist aber die Stadtverwaltung und das Parlament verpflichtet mit den öffentlichen Mitteln sorgsam umzugehen und so einzusetzen, dass Rechtsansprüche der Bürger und alle öffentlichen Aufgaben gewährleistet werden können.
So kam es, dass wir zunächst die Kindertagesstätten, den Hort, die Grundschule, das Sportzentrum, div. Straßen und Gehwege, den Großraumparkplatz und vieles mehr erneuert haben.
Ich glaube fest daran, dass viele Bürger-und Bürgerinnen von diesen Investitionen mehr haben, als von einer kleinen Brücke. Was nützt ein Pool im Garten, wenn das Dach undicht ist. Es geht hier um eine sorgfältige Abwägung.
Die Sanierung dieser Brücke  kostet mittlerweile nahezu 1 Million Euro. Eine neue Brücke aus modernen Baustoffen kostet hingegen nicht einmal die Hälfte und verursacht in der Folgezeit weitaus weniger Instandhaltungs-und Pflegekosten.
Hätten einige Bürger sich nicht voreilig um einen Denkmalschutz bemüht, würde sich an dieser Stelle bereits seit Jahren eine neue Fußgängerbrücke befinden.
Wenn man selbst nicht in der Verantwortung steht, sind Forderungen leicht formuliert und vorgetragen. Natürlich finde ich es legitim und wichtig, dass sich Bürger für eine Sache einsetzen und für ihr Anliegen kämpfen. Dennoch sollte man dabei sachlich und inhaltlich korrekt bleiben.
Sollte das Land Brandenburg  über das Konzept „Aktive Stadtzentren“ für den Flakensteg Fördermittel bewilligen, wodurch  dann der Eigenanteil der Stadt erheblich gesenkt wird, wird der Flakensteg in den nächsten Jahren saniert.
Erfolgt hier keine Fördermaßnahme wird sich auch in den nächsten Jahren nichts bewegen, weil das benötigte Geld an anderer Stelle dringender benötigt wird.
Es grüßt Sie herzlich
Erik Nickel, parteiloses Mitglied der CDU-Fraktion Stadt Erkner
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